Dein Smartphone ist ohnehin fast immer dabei – warum es also nicht auch für die Umwelt arbeiten lassen? Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Apps, die nachhaltiges Handeln im Alltag erstaunlich leicht machen. Sie helfen dir, Lebensmittel zu retten, Kleidung ein zweites Leben zu schenken oder öfter das Auto stehen zu lassen. Manche pflanzen sogar Bäume, während du einfach nur im Internet suchst. Wir haben fünf grüne Helfer ausgewählt, die sich im Alltag wirklich bewähren.
1. Ecosia: Suchen und dabei Bäume pflanzen
Eine Suchmaschine, die dich mit Wissen versorgt und nebenbei Bäume pflanzt? Genau das ist die Idee hinter Ecosia. Die Suchmaschine aus Berlin funktioniert im Grunde wie jede andere: Du gibst einen Begriff ein und bekommst Ergebnisse. Der Unterschied liegt darin, was mit dem Geld passiert. Ecosia finanziert sich wie andere Suchmaschinen über Werbeanzeigen, steckt den Großteil seiner Gewinne aber in Baumpflanzprojekte rund um die Welt. Wie viel Geld wohin fließt, legt das Unternehmen regelmäßig in öffentlichen Berichten offen.
Ecosia gibt es als App fürs Smartphone, als eigenen Browser und als Erweiterung für bestehende Browser. Der Umstieg dauert keine Minute – und von da an trägst du mit jeder Suchanfrage ein kleines bisschen zur Aufforstung bei.
2. Vinted und willhaben: Second Hand statt Wegwerfmode
Die Modeindustrie gehört zu den größten Umweltsündern der Welt. Für ein einziges Baumwoll-T-Shirt werden Tausende Liter Wasser verbraucht, und viele Kleidungsstücke werden nur wenige Male getragen. Die nachhaltigste Kleidung ist deshalb die, die schon existiert.
Mit Vinted kannst du gebrauchte Kleidung, Schuhe, Taschen und Accessoires ganz unkompliziert kaufen und verkaufen. Fotos machen, Beschreibung eintippen, fertig – und das Lieblingsstück, das dir nicht mehr passt, macht bald jemand anderen glücklich. Wer über Mode hinaus Gebrauchtes sucht, ist bei willhaben richtig, der größten Kleinanzeigen-Plattform Österreichs. Von Möbeln über Fahrräder bis zu Kinderspielzeug findest du hier fast alles aus zweiter Hand, oft sogar in deiner Nähe zum Abholen.

3. Too Good To Go: Lebensmittel retten
In Österreich landen jedes Jahr enorme Mengen genießbarer Lebensmittel im Müll – in Haushalten, aber auch in Supermärkten, Bäckereien und Restaurants. Genau hier setzt Too Good To Go an. Betriebe bieten über die App am Ende des Tages Überraschungssackerl mit übrig gebliebenen Lebensmitteln an, die sonst weggeworfen würden. Du reservierst dein Sackerl in der App und holst es zu einer festgelegten Zeit ab.
Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch deine Geldbörse: Meist zahlst du etwa ein Drittel des ursprünglichen Preises. Was genau im Sackerl steckt, weißt du vorher nicht – das macht es zu einer kleinen Überraschung und manchmal zu einer schönen Inspiration für die Küche.
Lies auch: 7 Ideen für nachhaltiges Verpacken von Geschenken
4. Komoot: Mit dem Rad statt mit dem Auto
Jeder Weg, den du mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurücklegst, verkleinert deinen ökologischen Fußabdruck – und hält dich ganz nebenbei fit. Oft scheitert es aber an der Frage: Wie komme ich eigentlich mit dem Rad gut dorthin?
Die App Komoot hilft dir dabei. Sie plant Routen für Radfahren, Wandern und Laufen und berücksichtigt dabei, ob du lieber auf ruhigen Nebenstraßen, auf Radwegen oder im Gelände unterwegs bist. Du siehst Höhenmeter, Untergrund und Dauer auf einen Blick und kannst Karten für unterwegs herunterladen. Die Grundfunktionen sind kostenlos, für zusätzliche Regionen oder Funktionen gibt es kostenpflichtige Pakete.
Lies auch: 10 überzeugende Gründe, warum Radfahren so gesund ist
5. CodeCheck: Wissen, was drin ist
Mikroplastik im Duschgel, Palmöl im Aufstrich, fragwürdige Zusatzstoffe in der Creme – auf den ersten Blick sieht man Produkten nicht an, was in ihnen steckt. Mit CodeCheck scannst du im Geschäft einfach den Barcode und bekommst eine Einschätzung der Inhaltsstoffe. Die App zeigt dir unter anderem, ob ein Kosmetikprodukt Mikroplastik enthält oder ob in einem Lebensmittel Palmöl verarbeitet wurde.
So triffst du bewusstere Kaufentscheidungen, ohne jedes Etikett im Detail studieren zu müssen. Ein kleiner Tipp: Nutze die App als Orientierung und nicht als letztes Wort – die Bewertungen sind hilfreich, ersetzen aber nicht das eigene Nachdenken.
Bonus: Öffis aufs Handy
Wer in Österreich auf Bus und Bahn umsteigen möchte, hat es dank der Apps der Verkehrsbetriebe heute leicht. Fahrpläne, Verspätungen und Tickets sind etwa in der App der ÖBB oder in WienMobil der Wiener Linien nur einen Fingertipp entfernt. Je bequemer die Öffis zu nutzen sind, desto leichter fällt es, das Auto öfter stehen zu lassen.
Auch das Handy hat einen Fußabdruck
So hilfreich grüne Apps sind, ganz klimaneutral ist auch das Smartphone nicht. Der größte Teil seines ökologischen Fußabdrucks entsteht bereits bei der Herstellung: beim Abbau von Rohstoffen, der Produktion und dem Transport. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten kannst du ihn klein halten:
- Länger nutzen: Jedes Jahr, das du dein Handy länger verwendest, spart Ressourcen. Ein neuer Akku oder ein repariertes Display ist oft die bessere Wahl als ein neues Gerät.
- Gebraucht kaufen: Generalüberholte Smartphones sind günstiger und schonen die Umwelt.
- Alte Geräte richtig entsorgen: Ausgediente Handys enthalten wertvolle Rohstoffe. Bring sie zum Altstoffsammelzentrum oder zu einer Rückgabestelle im Handel, statt sie in der Schublade liegen zu lassen.
- Ausmisten: Lösch Apps, Fotos und Cloud-Daten, die du nicht mehr brauchst. Auch Datenspeicher in Rechenzentren verbrauchen Strom.
- WLAN statt mobile Daten: Streaming und große Downloads über WLAN sind in der Regel energiesparender als über das Mobilfunknetz.
Fazit: Kleine Klicks, große Wirkung
Nachhaltig zu leben bedeutet nicht, auf Komfort zu verzichten. Mit den richtigen Apps wird es sogar bequemer: Du rettest Lebensmittel und sparst Geld, findest schöne Dinge aus zweiter Hand, entdeckst neue Radwege und kaufst bewusster ein. Keine App rettet allein die Welt – aber jede einzelne macht es ein bisschen leichter, im Alltag die bessere Wahl zu treffen. Probier doch gleich heute eine davon aus.
No Comment! Be the first one.